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Fokus Lehrende (Universität Mozarteum Salzburg / 10. - 12. Januar 2020)

Über die Meisterlehre hinaus...

Die enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Lehrenden und Studierenden im künstlerischen Einzelunterricht ist ein Erfolgsmodell, dass niemand ernsthaft infrage stellen wird. Die Meisterlehre hat viele neue Meister hervorgebracht.

Aber im Hinblick auf die gesamte Dauer der Ausbildungs– und Entwicklungszeit einer künstlerischen Persönlichkeit, die bis zum Hochschulabschluss mehr als 20 Jahre betragen kann, auf die unterschiedlichen Herausforderungen, die sich in der Berufswirklichkeit stellen können, und auf den Anspruch, der mit dem Begriff des Studiums verbunden ist, kann kein Hauptfachlehrender die alleinige Verantwortung für den Studienerfolg übernehmen. Es gilt immer wieder, das Zusammenspiel seiner Arbeit mit allen anderen Angeboten und Möglichkeiten der Hochschule zu überprüfen.

  • Wie arbeiten künstlerisch Lehrende mit ihren Fachkollegen zusammen?

  • Wie sind sie in die Gesamtheit der Hochschule eingebunden und was bedeutet das für ihre Studierenden?

  • Welche Haltung vermitteln wir unseren Studierenden: gegenüber der Kunst, gegenüber den Kollegen, dem „Markt“, dem Publikum, der Gesellschaft und auch sich selbst gegenüber?

Themen:

  • Austausch über die eigene Lehrphilosophie
  • Vergleichende Betrachtung der künstlerischen Ausbildung von Musikern, Schauspielern, Tänzern
  • Künstler als Forscher – Hochschulen als Labor
  • Interdisziplinarität und Kooperation in der Lehre
  • Persönlichkeitsmerkmale idealer Hochschullehrer/innen
  • Die Verantwortung der Künstler für die Gestaltung der Hochschule

Gast: Robert Levin, Harvard: "Der forschende Künstler"

Fokus Institution (Musikakademie Basel / 08. - 10. Mai 2020)

Was macht eine moderne Musikhochschule / Kunstuniversität aus?

In einer relativ kurzen Zeitspanne haben sich die heutigen Hochschulen und Kunstuniversitäten von ihren Vorläufern wie Konservatorien oder Schauspielschulen zu komplexen akademischen Institutionen entwickelt. Sie sind eingebunden in eine hochkarätige Hochschullandschaft, deren strukturelle und hoch- schulpolitische Rahmenbedingungen in mancher Hinsicht für künstlerische Ausbildung wenig geeignet sind. Gleichzeitig sind sie mit vielfältigen Anforderungen aus Gesellschaft und Kulturleben konfrontiert. Hier gilt es, eigene Wege zu finden.

  • Künstlerischen Unterricht evaluieren und die Ergebnisse objektivieren – ein Ding der Unmöglichkeit?

  • Kultur der Prüfungen und Berufungsverfahren

  • Lassen sich Bologna-Prozess und Modularisierung zu einer Verbesserung des Studiums nutzen?

  • Bestimmt der Kulturarbeitsmarkt die Ziele der Hochschulausbildung oder ist die Kunsthochschule ein eigenständiger Mitgestalter der Zukunft des Kulturlebens?

Themen:

  • Musikhochschulen und Kunstuniversitäten als Begegnungsstätten von Künstlern und Ideen („Wer nur etwas von Musik versteht, versteht auch von Musik nichts.“)
  • Wie Hochschulleben und Klima eines Hauses die Arbeit und den Studienerfolg prägen
  • Künstlerische Hochschulen und ihr gesellschaftlicher Kontext
  • Chancen und Risiken der akademischen Selbstverwaltung
  • Hochschulmanagement als Mittel für Veränderungsprozesse

Gast: Elisabeth Gutjahr, Rektorin Universität Mozarteum Salzburg

Fokus Zukunft (Hochschule für Musik und Theater München / 13. - 15. November 2020)

Wie es sein könnte...

Die Welt ist klein geworden, alles scheint verfügbar. "Weltreichweitenvergrößerung ist das Programm der Moderne, Weltverstummung ist seine Kehrseite. Die verfügbar gemachte, sich zunehmend beschleunigende Welt spricht nicht mehr zu uns, es schläft kein Lied mehr in den Dingen. Unser Leben gelingt nicht dort, wo wir uns die Welt verfügbar machen, sondern dort, wo wir sie zum Sprechen bringen, und wo wir sie zu hören vermögen. Dort entsteht Resonanz". (Hartmut Rosa).

  • Wächst den Künsten in diesem Zusammenhang nicht wieder eine ganz besondere Aufgabe zu?
  • Wie sieht eine Kunsthochschule aus, bei der die Macht der Kunst im Mittelpunkt steht?
  • Welche Ideen und Projekte sehen wir als erste Schritte auf dem Weg dorthin?

Themen:

  • Verknüpfung der Studien mit dem (regionalen) Kulturleben
  • Bilder einer Musikhochschule der Zukunft
  • Ideen und Projekte für eine innovative Hochschule und erste Überlegungen zur Umsetzung

Gast: Hartmut Rosa, Erfurt/Jena: "Resonanz - eine Soziologie der Weltbeziehung"

Fokus Studierende (Internationale Musikakademie in Liechtenstein / 16. - 18. April 2021)

Was brauchen die Studierenden von morgen?

Im Zentrum aller Überlegungen zur Gestaltung von Kunsthochschulen muss die Frage stehen, welche künstlerischen und personalen Kompetenzen die Studierenden haben sollen, wenn sie die Hochschule verlassen. Was brauchen sie um als Künstlerinnen, als Pädagogen oder in anderen kunstnahen Berufen bestehen zu können und wie versetzen wir sie in die Lage, mutig und selbstbestimmt eigene Wege zu finden?

  • Sind die Entscheidungen, die wir an der Hochschule treffen, immer am Wohl der Studierenden orientiert?

  • Haben sich die Veränderungen des Kulturlebens ausreichend in einer Vielfalt des Studienangebots niedergeschlagen und erreichen diese Impulse die Mehrheit der Studierenden?

  • Müssen wir Rücksicht darauf nehmen, dass Studierende aus anderen Kulturkreisen womöglich in ein traditioneller ausgerichtetes Kulturleben zurückkehren werden?

  • Gelingt es uns in ausreichendem Maße, die Selbstständigkeit der Studierenden zu entwickeln?

Themen:

  • Der Arbeitsmarkt für Musiker, Schauspieler, Pädagogen und Wissenschaftler
  • Beratung und Coaching von Studierenden
  • Künstler/innen und unternehmerisches Denken
  • Wie können wir in den Musikhochschulen Veränderungen anstoßen und umsetzen?
  • Auswertung und Abschluss des Seminars

Zum Abschluss des Seminars werden in einem ausführlichen Gespräch mit den Rektorinnen und Rektoren der beteiligten Hochschulen die Ergebnisse reflektiert und Ansatzpunkte für eine konkrete Umsetzung der entwickelten Ideen gesucht.

Gäste: Michael Haefliger, Luzern: "Blick eines Intendanten auf die Anforderungen und Erwartungen an die nächste Künstlergeneration"

Gespräch mit Musiker/innen aus innovativen, selbstverwalteten Ensembles

Inhaltliche Planung und Leitung:

Reinhart von Gutzeit (Altrektor der Universität Mozarteum)
Thomas Rietschel (früherer Präsident der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main und Kulturberater).

Steuerungsruppe:
Elisabeth Gutjahr (Salzburg), Bernd Redmann (München), Stephan Schmidt (Basel), Drazen Domjanic (Liechtenstein), Reinhart v. Gutzeit, Thomas Rietschel